Marienkapelle

 

Das Schiff unserer " alten " Kirche, der Marienkirche wurde 1971 abgebrochen, Chor und Turm blieben stehen und wurden in umfangreichen Renovierungsarbeiten restauriert.

Nun steht die Marienkapelle unserer neuen Kirche gegenüber. Besonders sehenswert ist der barocke Altar im Innern der Kapelle. Er wurde von Balthasar Zeyer um 1700 entworfen und 1974 stilgerecht restauriert.

Die Kapelle ist täglich geöffnet und lädt ebenfalls immer zum Beten ein.

 

 

 

 

 

In der Marienkapelle befindet sich rechts die Figur der gekreuzigten Kumerana.


Die Heilige Kümmernis oder Kumerana wird in den Legenden als Königstochter bezeichnet. Um 130 wird sie Christin, verweigert  die Ehe und wird daraufhin von ihrem Vater in den Kerker geworfen und gemartert.

Auf ihre inständigen Gebete um Verunstaltung wächst ihr ein Bart. Der erzürnte Vater lässt sie in Lumpen kleiden und ans Kreuz schlagen, wobei er sie verhöhnt, sie möge jetzt ganz und gar ihrem Bräutigam gleichen, nämlich dem bärtigen Christus.
Die Sterbende, so berichtet die Legende, predigt über drei Tage hin vom Kreuz herunter und bewegt dadurch die Herzen zahlreicher Menschen, am Ende sogar das Herz ihres Vaters, der später eine Sühnekirche am Ort ihres Sterbens errichtet und dort ein kostbares Bild seiner Tochter aufstellen lässt.
Die Legende erzählt schließlich auch von einem bettelarmen Spielmann, der eines Tages mit seiner Violine vor dem Bild der Heiligen Kümmernis musiziert. Während seines Spiels wirft die von ihm um Hilfe angeflehte Kümmernis plötzlich einen goldenen Pantoffel herab. Was für ein Glück für den armen Spielmann!

Kurz darauf wird der Spielmann des Diebstahls bezichtigt. Er bittet darum, vor seiner Hinrichtung nochmals vor das Bild der Heiligen treten zu dürfen: Da geschieht das rettende Wunder; die Heilige wirft ihm auch noch den zweiten Schuh zu.
Merkwürdig auch in dieser Legende - wie man der Frau nicht zugestehen will, dass sie selber darüber befindet, wie sie leben möchte - verheiratet oder ledig.
Unfasslich, dass sie darum bitten muss, äußerlich entstellt zu werden, bärtig, um auf diesem Wege frei zu werden.