Verenakapelle

 

                              Vor knapp 500 Jahren wurde dem Deilinger Teilort Delkhofen eine eigene Kaplanei gestiftet. Die schmucke Verenakapelle in der Lauterbachstraße legt davon heute noch Zeugnis ab.

Die Kaplanei wurde 1506 gestiftet, eine Kirche gibt es in Delkhofen erst seit 1723. Auf der Abschrift einer alten Urkunde ist besiegelt, dass am 27. November 1723 Weihbischof Franz Josef Anton von Konstanz den Altar in Delkhofen zu Ehren des heiligen Marzellus und der heiligen Verena eingeweiht hat. Das Original der Urkunde wurde dem in die Altarplatte eingemauerten Reliquiengrab beigelegt.

Jedoch wird in Delkhofen bereits um das Jahr 1460 eine Kapelle angenommen. Was in der Ortschronik auf die Schenkung eines Hofes zum Lehen an die "Heiligenpflege" zu Delkhofen durch Erzherzogin Mechthilde, der Gemahlin Erzherzogs Albrecht I. von Österreich, zurückgeführt.

Die Delkhofener haben sich um ihr "Kirchlein" stets hingebungsvoll gekümmert. 100 Jahre nach dem Bau musste es renoviert werden. Als arme Gemeinde konnte man nicht auf große Finanzen für die nötige Renovierung zurückgreifen, so behalf man sich mit dem Abbruchmaterial der Nikolauskapelle, die 1563 erstmals erwähnt wurde und bis 1815 am Nordhang des Oberhohenberges stand. Im Jahr 1947 schließlich beantragte dann Pfarrer Engst eine Erweiterung des Kirchleins, und das bischöfliche Ordinariat verwies in seinem Bericht auf einen "baufälligen und erbarmenswerten Zustand" .

Einer Erweiterung wurde 1948 zugestimmt und am 22.Juli 1950 gab es in Delkhofen ein großes Weihefest. Das unter Denkmalschutz stehende Kirchlein zeigte sich fortan in neuem Glanz und bot als sakrales Kleinod Platz für 120 Besucher. 1984 wurde der Chorraum umgestaltet, das Wandkreuz neu gefasst und die Sakristei samt Mobiliar erneuert. Außerdem gibt es nun eine Alarmanlage. Im Jahr 2000 wurde die Kapelle erneut innen renoviert. Im September 2006 wurde die Außenanlage neu gestaltet und die Fassade gestrichen.
Das Dach der Verena Kapelle wurde im Jahr 2012 neu gedeckt.

Jnfo

Delkhofen bestand anfänglich nur aus wenigen Höfen. Doch neben der größeren Gemeinde Deilingen wuchs auch der Teilort. Ende der 40er Jahre wurden 350 Einwohner gezählt. So wurde die Verenakapelle mit Maßen von acht mal 10,5 Metern erheblich zu klein und beim Anbau wurde das "Kirchlein" auf acht mal 18 Meter erweitert. Die Umbaukosten in den Jahren 1948 bis 1950 betrugen 48000 Mark, wobei alle Baumaterialien gespendet wurden und auch viele Geldspenden eingingen. Mit dem Einbau einer Alarmanlage haben erst 1984 die Pietà aus dem 14. Jahrhundert, die Heilige Verena, der Heilige Marzellus und der Heilige Nikolaus einen festen Platz gefunden. Die Heiligen-Figuren stammen aus der Zeit um 1700.Eine Fatima Madonna aus neuester Zeit, gefertigt von Holzschnitzer Arnold Schätzle schmückt weiter das seit Jahrhunderten geschätzte kirchliche Kleinod.

Aus dem Leben der Heiligen Verena

In der Stiftskirche des kleinen schweizerischen Städtchens Zurzach am Hochrhein befindet sich in der Krypta unter dem Chor das Grab der Heiligen Verena. Sie ist eine liebenswürdige Heilige, deren Namen in jedem Schweizer "Vreneli" (20 Franken Goldstück) noch heute fortlebt. Die Heilige kam im Zusammenhang mit dem Martyrium der Thebaischen Legion über das Rhônetal und Solothurn nach Zurzach (das damalige römische Kastell Tenedo). Dort pflegte sie zusammen mit anderen Frauen, die sie um sich versammelte, Arme und Aussätzige. Die hl. Verena trug durch ein echt christliches Leben wesentlich zur Ausbreitung des Christentums unter den Alemannen bei. Sie starb um das Jahr 300 in Zurzach, wo sie auch beigesetzt wurde. Unter Herzog Rudolf IV. von Österreich kam ein Teil ihrer Reliquien in die Stephanskirche nach Wien.

Dargestellt wird die hl. Verena als Einsiedlerin oder Nonne mit Wasser- oder Weinkrug und Brot; auch mit zweireihigem Kamm oder Fisch.

Aus der Legende

Die Legende der hl. Verena stammt aus dem 11. Jahrhundert, indes ist ihre Verehrung uralt. Sie kam aus Ägypten und soll eine Verwandte des hl. Mauritius gewesen sein. Dieser führte als Feldhauptmann die für Kaiser Maximian in Ägypten ausgehobenen jungen Krieger an, die später durch ihr Martyrium unter dem Namen " Thebaische Legion " in die Geschichte der Heiligen eingingen. Auch der Verlobte der hl. Verena mit Namen Viktor befand sich darunter. Verena folgte den Soldaten auf ihrem Weg nach Norden bis Mailand. Während die Legion aber von dort über die Alpen in die Schweiz zog, blieb Verena in Mailand zurück, denn sie hatte gehört, dass man viele Christen gefangen hatte. Von großem Mitleid erfüllt, machte sie es sich zur Aufgabe, die Verfolgten in den Gefängnissen zu besuchen und sie mit Speis und Trank zu versorgen. Aber eines Tages drang die Kunde zu ihr, dass man Mauritius mit einer großen Schar seiner Soldaten um seines Christenglaubens willen erschlagen habe. Auch Viktor hatte den Tod für Christus erlitten. Da hielt es Verena nicht länger; sie wollte an den Ort pilgern, wo ihre Landsleute einen so grausamen Tod gefunden hatten. Unter großer Mühsal machte sie sich auf den beschwerlichen Weg und gelangte tatsächlich bis in das Tal der Rhône und an die Stelle des Martyriums. Aber die heidnische Bevölkerung der Gegend verfolgte die Jungfrau, so dass sie es nicht wagte, sich dort niederzulassen. Sie floh ins Solothurner Land und verbarg sich in einer Felsenhöhle.

Hier hauste sie in der Abgeschiedenheit des Waldes und verfertigte mit geschickten Händen allerlei Handarbeiten, die ihr eine christliche Frau gegen einfache Nahrungsmittel wie Kraut, Erbsen und Brot eintauschte. Immer häufiger besuchten die Frauen aus der Umgegend die fremde Klausnerin und suchten Rat und Hilfe bei ihr. Denn Gott tat alsbald viele Zeichen durch die Heilige: sie erlöste durch ihr Gebet die mit dem bösen Geist Behafteten und machte Blinde sehend, weswegen man sie " Mutter der Elenden " hieß. Verena erzählte den Leuten von dem dreieinigen Gott, von Jesus Christus und der Gottesmutter Maria. Da nahmen viele durch sie die Wahrheit des Christentums an.